Im Zuge der Erweiterung des U3-Bereichs wurde die bestehende Kindertagesstätte nicht nur um zusätzliche Nutzungsflächen ergänzt, sondern auch räumlich neu geordnet. Der Umbau vorhandener Räume ermöglichte die Einrichtung eines Mehrzweckraums samt Geräteraum im Bestand; die dabei verlagerten Funktionen fanden in einem westlich angefügten Neubau Aufnahme, der über ein neu geschaffenes Foyer mit dem Altbau verbunden ist.
Der Erweiterungsbau nimmt die Maßstäblichkeit des Bestands auf und übersetzt dessen Gliederungsprinzip in eine eigenständige architektonische Sprache. Versetzt angeordnete Baukörper mit differenzierten Traufhöhen staffeln das Volumen und erzeugen sowohl nach außen als auch im Inneren eine klar ablesbare räumliche Ordnung. Die Vielfalt der Raumproportionen erlaubt unterschiedliche Nutzungen und lässt eine Abfolge von gemeinschaftlichen und zurückgezogeneren Bereichen entstehen.
Leitend für den Entwurf war die Idee einer kindgerechten Raumwelt. Großzügige Verglasungen und ein Oberlicht im Gruppenbereich leiten Tageslicht tief ins Gebäude und bestimmen maßgeblich die Atmosphäre der Innenräume. Fenster mit niedrigen Brüstungen gewähren den Kindern gezielte Ausblicke auf ihre Umgebung und binden die Außenräume in den Alltag der Einrichtung ein. Die räumliche Gestaltung orientiert sich dabei bewusst an den unterschiedlichen Wahrnehmungsperspektiven und Maßstäben ihrer Nutzer.
Konstruktiv ist der Neubau in Holzständerbauweise errichtet. Eine Fassadenverkleidung aus vertikal gesetzten Holzlamellen verleiht dem Baukörper eine feingliedrige Textur und setzt ihn wohlkalkuliert vom Bestand ab. Großzügige Öffnungen mit dunkel gefassten Rahmen rhythmisieren die Außenhaut und vermitteln zwischen Offenheit und Geborgenheit.
Im Zusammenspiel von Bestand und Erweiterung ist eine räumlich kohärente Kindertagesstätte entstanden, deren Architektur den Anforderungen zeitgemäßer Betreuung entspricht und den Alltag der Kinder durch Licht, Materialität und eine differenzierte Raumfolge nachhaltig prägt.