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Oralchirurgiepraxis
Bochum

  • Auftraggeber:

    privat

  • Ort:

    Bochum

  • Beginn:

    05.2022

  • Fertigstellung:

    06.2023

  • Leistungen:

    LP 6-8

  • Bilder:

    VS+

Die ehemalige Bürofläche wurde in eine moderne, barrierefreie Praxis transformiert. Entstanden sind Behandlungsräume, ein chirurgischer Eingriffsraum sowie ein Röntgenraum. Ein großzügiger Empfangsbereich bildet das Herz der Praxis und geht fließend in einen hellen, offenen Wartebereich über – klar strukturiert, gut organisiert und mit einer einladenden Atmosphäre für Patient:innen und Team.

VS+ Architekten übernahm die Objektüberwachung auf Basis des Entwurfs des Planungsbüros Schenk aus Karlsruhe. Durch die präzise Umsetzung entstand eine moderne, angenehme Praxisatmosphäre, die Funktionalität und Gestaltung vereint und den Aufenthalt für Patient:innen spürbar verbessert.

Oralchirurgiepraxis im Kortumhaus

Bei der Planung und Realisierung medizinischer Einrichtungen – insbesondere im dentalchirurgischen Bereich – steht für uns die Schaffung einer ruhigen, vertrauensvollen Atmosphäre im Vordergrund. Ziel ist es, funktionale Höchstanforderungen mit einem Umfeld zu verbinden, das Patientinnen und Patienten Sicherheit, Kompetenz und Orientierung vermittelt.

Im denkmalgeschützten Kortumhaus in zentraler Bochumer Innenstadtlage haben wir eine oralchirurgische Praxis realisiert. Grundlage war der Entwurf des auf Praxisplanung spezialisierten Innenarchitekturbüros Schenk aus Karlsruhe. Unsere Aufgabe lag in der vollständigen Umsetzung des Projekts in der Objektüberwachung – von der baulichen Umsetzung über die Koordination der Fachgewerke bis hin zur Einhaltung der hohen technischen, hygienischen und denkmalpflegerischen Anforderungen.

Das Gebäude mit seiner markanten Natursteinfassade steht seit 1996 unter Denkmalschutz und gilt als prägendes Zeugnis einer innerstädtischen Entwicklung, bei der Bestand und zeitgemäße Nutzung in Einklang gebracht werden. Die Praxis befindet sich in ehemals als Büroflächen genutzten Räumen, die über einen längeren Zeitraum leer standen und weder in ihrer räumlichen Struktur noch in technischer oder hygienischer Hinsicht den heutigen Anforderungen an eine medizinische Nutzung entsprachen.

Die vorhandene Bausubstanz wurde vollständig entkernt. Auf dieser Grundlage konnten wir eine klare, logisch aufgebaute Raumstruktur mit optimierten Funktionsabläufen und zeitgemäßer medizintechnischer Ausstattung realisieren. Ein zentrales Thema in der Umsetzung war die sichere Erfüllung der hohen Anforderungen an Hygiene, Barrierefreiheit und Arbeitsabläufe in der spezialisierten Oralchirurgie.

Ergänzend dazu lag ein besonderer Fokus auf der gestalterischen Qualität der Innenräume. Der großzügige Eingangsbereich mit Empfangstheke schafft eine offene, freundliche Ankommenssituation. Dahinter bildet ein prägnanter Holzkubus in warmem Farbton ein räumliches Zentrum. In ihm sind Technik, Labor, Röntgenbereiche und Backoffice kompakt zusammengefasst und funktional organisiert.

Die Material- und Farbwahl ist bewusst zurückhaltend. Viel Glas und gezielte Lichtführung sorgen für helle, klare Räume mit ruhiger Atmosphäre. Die Bodenbeläge aus hochwertigem, strapazierfähigem PVC erfüllen sowohl gestalterische als auch hygienische Anforderungen. Insbesondere der Wartebereich ist modern, hochwertig und einladend gestaltet.

Eine besondere Herausforderung lag in den nicht sichtbaren Bereichen. Die Räumlichkeiten dienten ursprünglich als zentraler Haustechnikbereich des ehemaligen Kaufhauses. Entsprechend komplex war die Integration der bestehenden Sicherheits-, Kälte- und Lüftungstechnik für das gesamte Gebäude unter Berücksichtigung der aktuellen brandschutztechnischen Vorgaben. Diese technischen Rahmenbedingungen wurden frühzeitig in die Umsetzung eingebunden und präzise koordiniert.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich anspruchsvolle medizinische Nutzung, sensible Arbeit im denkmalgeschützten Bestand und eine konsequente Objektüberwachung zu einer funktionalen und zugleich atmosphärisch überzeugenden Gesamtlösung verbinden lassen.

Projektteam

Thomas Vervoorts
Felix Bollmann
Michael Kahnau