Das zentral in Herne gelegene Kulturzentrum wurde 1976 von Allerkamp Architekten BDA errichtet. Wir erhielten den Auftrag, das Gebäude technisch, funktional und gestalterisch zu erneuern und gezielt zu erweitern.
Das Haus wurde vollständig entkernt, schadstoffsaniert und in allen Bereichen neu strukturiert. Neben der technischen Modernisierung stand vor allem ein zeitgemäßes Nutzungs- und Erschließungskonzept im Fokus. Das ursprüngliche Farb- und Materialkonzept wurde aufgenommen und konsequent weiterentwickelt – im Innen- wie im Außenraum.
Ein transluzentes, rund 180 m² großes, dreieckiges Vordach markiert heute selbstbewusst den neuen Haupteingang im Erdgeschoss. Die klare Geometrie ergänzt den Bestand selbstverständlich und stärkt den Stadtraum am Willi-Pohlmann-Platz. Das neue vertikale Erschließungselement verbindet Tiefgarage, Platzniveau und Kulturzentrum. Das unterirdische Foyer öffnet sich großzügig zur Garage und inszeniert – unterstützt durch Licht – den Weg ins Haus.
Die Erweiterung wurde als Stahl- und Sichtbetonkonstruktion realisiert. Prismatische Plexiglasröhren und eine punktgehaltene Glasfassade erzeugen Transparenz und Leichtigkeit. Die nutzungsabhängige Illumination macht Aktivitäten im Stadtraum sichtbar.
Die interne Erschließungslogik wurde neu geordnet. Der Saal „Crange“ dient als multifunktionaler Konferenz- und Veranstaltungsraum mit mobiler Garderobe. Die Stadthalle ist über eine absenkbare Hubwand mit dem Foyer verbunden und auf rund 1.300 m² erweiterbar. Ein variables Fußbodenniveau ermöglicht unterschiedliche Veranstaltungsformate.
Zentraler Treffpunkt im Foyer ist die 27 Meter lange Bar mit Loungebereich. Eine zuschaltbare Bedarfsbar deckt Veranstaltungsspitzen ab. Illuminierte Brüstungselemente aus Acrylröhren zonieren den Raum und transportieren das Lichtkonzept bis in den
Eine offene Metalldecke integriert Licht- und Tontechnik zurückhaltend in den Deckenzwischenraum. Der Rückbau störender Einbauten vergrößerte das Raumvolumen und verbesserte die Akustik deutlich. Weiße Deckensegel greifen Motive der ursprünglichen Planung auf. Dramatisch ansteigend, umspielen sie das Tragwerk und lenken den Blick zur Bühne. Farbige Lichtvouten ermöglichen vielfältige atmosphärische Inszenierungen.
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