Zum Hauptinhalt springen

Grundschule Mitte
Bochum

  • Auftraggeber:

    Stadt Bochum

  • Ort:

    Bochum

  • Beginn:

    2019

  • Fertigstellung:

    2024

  • BRI:

    18.988 m³

  • BGF:

    4.001 m²

  • Leistungen:

    Generalplanung
    Objektplanung
    Tragwerksplanung
    Technische Gebäudeausrüstung
    Freianlagen
    Bauphysik
    Brandschutz
    SiGeKo
    Geotechnik

  • Bilder:

    Claudia Dreysse

Der Neubau fügt sich selbstverständlich in die bestehende Schulstruktur ein und verdichtet das Ensemble räumlich. Gemeinsam mit den Bestandsgebäuden entsteht ein klar gefasster Vorplatz, der als neuer Auftakt und Treffpunkt für die Schulgemeinschaft dient.

Farbig akzentuierte Eingangs- und Pausenbereiche strukturieren das Gebäude und schaffen gut auffindbare Anlaufpunkte. Gleichzeitig bieten sie zuverlässigen Schutz vor Sonne und Witterung – und erhöhen so die Aufenthaltsqualität im Alltag.

Grundschule Mitte

Das Baufeld für den Neubau der vierzügigen Grundschule liegt im rückwärtigen Bereich des Grundstücks an der Feldsieper Straße 94 in Bochum. Auf dem Campus befinden sich bereits das 2014 sanierte und aufgestockte Gebäude der Gesamtschule Mitte sowie eine Turnhalle. Über eine neu angelegte Zuwegung auf dem vorgelagerten Schulhof der Gesamtschule wird das neue Schulhaus erschlossen.

Der Neubau verdichtet das bestehende Ensemble räumlich und schafft eine klare Differenzierung der Außenbereiche: Zwischen Gesamtschule und Grundschule entsteht ein geschützter, eigener Schulhof. Gleichzeitig fasst der Baukörper den Zwischenraum städtebaulich zu einem prägnanten Vorplatz. Die Höhenentwicklung orientiert sich am Bestand, während die Architektur bewusst eigenständig akzentuiert ist.

Vor- und Rücksprünge in der Fassade sowie differenzierte Leibungstiefen verleihen dem Gebäude eine subtile Profilierung. Variierende Steinformate und differenziert ausgeführte Fugen nuancieren das Fassadenbild. Der helle Klinker bildet einen spannungsvollen Kontrast zu den dunklen Fensterflächen, die scheinbar spielerisch angeordnet sind und das Wechselspiel von Licht und Schatten betonen.

Zum Vorplatz öffnet sich das Schulhaus mit einem unterschnittenen, überdachten Eingangsbereich. Dahinter liegt eine klare, offen gestaltete und barrierefreie Multifunktionsfläche – das räumliche Zentrum der Schule. Von hier aus erschließen sich alle Funktionsbereiche des Erdgeschosses auf kurzen, übersichtlichen Wegen: Verwaltung, Offener Ganztag sowie Sozial- und Technikräume.

Im Schnittpunkt zweier Erschließungsachsen befindet sich die zentrale Bewegungs- und Multifunktionsfläche. Eine Achse verbindet Eingang, Aula und teilüberdachten Schulhof, die andere die beiden Treppenhäuser entlang der Fassade. Die Fläche dient im Alltag als Aufenthaltsbereich – etwa als wetterunabhängige Pausenfläche – und kann bei Bedarf durch mobile Trennwände zu einem Veranstaltungsraum erweitert werden.

In den Obergeschossen sind die Klassenräume sowie ergänzende Inklusions- und Mehrzweckräume in zwei brandschutztechnische Cluster organisiert. Trotz dieser Struktur bleibt die räumliche Großzügigkeit der zentralen Lernlandschaften erhalten. Diese erstrecken sich rund um den Innenhof und ermöglichen eine natürliche Belichtung und Belüftung. Farbige Oberböden zonieren die Bereiche und schaffen unterschiedliche Lern- und Aktionsräume, ergänzt durch ein flexibel nutzbares Möblierungskonzept.

Der dreigeschossige Innenhof weitet sich in den oberen Etagen und verbessert die Lichtführung in der Gebäudemitte. Als geschossübergreifendes Element schafft er Sichtbeziehungen und fördert die Kommunikation. Großzügige Fensterflächen und tief ausgebildete Laibungen bieten Rückzugsorte ebenso wie kommunikative Sitz- und Aufenthaltsbereiche.

Jeweils paarweise gruppieren sich die großzügigen, quadratischen Klassenräume um die Lernlandschaften. Verglaste Seitenteile der Türen ermöglichen Blickbeziehungen und stärken das offene Raumkonzept.

Das Materialkonzept setzt auf natürliche, robuste Materialien wie Holz, Ziegel und Sichtbeton. Farbliche Akzente an Zugängen und im Lichthof setzen bewusste Kontraste. Die insgesamt zurückhaltende Gestaltung schafft eine ruhige Atmosphäre und bietet Raum für Aneignung durch Schüler:innen und Lehrende.

Projektteam

Dirk Godau
Nathalie Pewny
Eileen Boos
Alper Budur
Amelie Kurz
Saladin Hafermalz

Verwandte Projekte

Bildung

Leibniz Universität Hannover

Bildung

Justus-Liebig-Universität Gießen