Nahe der Bochumer Innenstadt liegt die Jahrhunderthalle auf dem 35 Hektar großen ehemaligen Krupp-Gelände. Das frühere Industriegelände wurde als Westpark zu einem Ort für Industriekultur, Veranstaltungen und Erholung transformiert. Das zugrunde liegende Prinzip ist einfach: Vorhandenes wird neu erschlossen, ergänzt und weiterentwickelt.
Im Rahmen dieses Gesamtkonzepts entstand der Entwurf für ein Parkhaus mit ergänzender Bus- und PKW-Parkfläche für die Besucher der Jahrhunderthalle. Ziel des Wettbewerbs war es, ein Parkhaus zu entwickeln, das über seine reine Funktion hinaus einen städtebaulichen Impuls für das Areal setzt.
Ausgangspunkt des Entwurfs sind die vorhandenen Wegeachsen und Gebäudekanten der Jahrhunderthalle. Die diagonale Haupterschließung erzeugt auf dem Gelände mehrere prägnante Dreiecksflächen. Dieses Motiv wird aufgegriffen: Das Parkhaus besetzt eines dieser Dreiecke, während die angrenzende Dreiecksfläche als Parkplatz ausgebildet wird. Vom Kreisverkehr aus führt die Erschließung diagonal in Richtung Parken und weiter zur Jahrhunderthalle.
Das Parkhaus mit 329 Stellplätzen entwickelt sich als rampenförmige, dreieckige Struktur über zweieinhalb Ebenen. Die klare Wegeführung minimiert Parksuchverkehr und ermöglicht eine intuitive Orientierung. Das Dach bildet ein Plateau, von dem Besucher ebenerdig zum Vorplatz der Jahrhunderthalle gelangen.
Städtebaulich fügt sich der Baukörper bewusst in die Höhenentwicklung der Umgebung ein. Seine dreieckige Geometrie erzeugt jedoch eine dynamische, skulpturale Form, die sich deutlich von der üblichen Typologie eines Parkhauses absetzt.
Konstruktiv besteht das Gebäude aus einer Stahlstruktur mit großen Spannweiten und hohem Vorfertigungsgrad. Eine vorgehängte Fassade aus perforierten Cortenstahlplatten umhüllt den Baukörper. Die unregelmäßigen Perforationen lassen Licht und Luft ins Innere und greifen zugleich die industrielle Materialität des Ortes auf. Mit ihren sich wandelnden Roststrukturen schreiben die Fassadenelemente die Geschichte des ehemaligen Stahlstandorts architektonisch fort.
Zwei dreieckige Innenhöfe bringen Tageslicht in das Gebäude und gliedern die Baumasse. Rampen und Aufzug verbinden die unterschiedlichen Geländehöhen und schaffen eine direkte Verbindung vom Parken in den inneren Parkbereich und zur Jahrhunderthalle.
Die Freiräume folgen einer reduzierten, klaren Gestaltung. Innenhöfe mit Wasserbecken und hellem Kies erzeugen unterschiedliche Atmosphären und unterstützen zugleich die Regenwasserrückhaltung und Lichtführung. Die Parkflächen bleiben bewusst zurückhaltend gestaltet und stärken so die Präsenz des Baukörpers im industriell geprägten Umfeld.